
Mila holte uns am Flughafen in Nairobi ab. Ich kannte sie bereits, aber für mein Team war es das erste Treffen.
Draußen war es überraschend angenehm, obwohl südlich des Äquators gerade Sommer begann – also genau umgekehrt zu Europa.
Wir fuhren mit zwei Autos. Es war bereits dunkel. Mila schlug vor, etwas essen zu gehen, aber alle Restaurants waren geschlossen. Nach etwa einer Stunde Fahrt fanden wir schließlich doch noch ein offenes Restaurant.
Gegenüber stand eine Moschee. Kurz darauf wieder eine. Ähnlich wie in Uganda lebten hier Muslime und Christen friedlich zusammen.
Unsere Fahrer waren zwei Massai. Sie trugen ihre traditionelle Kleidung. Ich hatte immer gedacht, dass nur Frauen Schmuck tragen, doch unsere Fahrer hatten zahlreiche Schmuckstücke an Hals, Armen und Beinen. Sie sahen aus wie Krieger aus einem Film – groß, schlank, jung.
Wir waren voller Eindrücke und erzählten uns gegenseitig Geschichten. Mila sprach vor allem über die Menschen, denen sie hilft. Sie ist eine beeindruckende Persönlichkeit: Sie verteilt Nahrung, Kleidung, Schuluniformen, baut Brunnen und unterstützt Kinder.
Mit unserer Ankunft bekam sie noch mehr Verantwortung, denn nun kam auch die medizinische Versorgung hinzu.
Nach einigen Stunden Fahrt erreichten wir eine weite Steppe, die mich an die kalmückische Landschaft erinnerte. Dort befand sich eine Art Hotelanlage – einfache Bungalows aus zusammengebauten Konstruktionen mit Kunststoffverkleidung. In den Zimmern roch es ständig nach Plastik.
Zunächst bekamen wir ein Haus mit zwei Zimmern: In einem standen drei Betten, darunter ein Etagenbett, im anderen ein Einzelbett. Lena erhielt ein eigenes Zimmer. Vier Männer sollten sich ein Haus mit vier Betten teilen.
Doch die Zimmer waren eng, und am nächsten Tag sollte noch ein Traumatologe anreisen – der Platz hätte definitiv nicht gereicht. Zum Glück stellte uns die Hotelverwaltung einen weiteren Bungalow zur Verfügung.
Trotz der einfachen Bedingungen war die Umgebung wunderschön. Jeden Morgen erschien der Kilimandscharo am Horizont – klar sichtbar, bevor er später wieder in den Wolken verschwand.
Probleme mit der Unterkunft
Kaltes Wasser in der Steppe, provisorische Heizlösungen.
Auf dem Dach bewegte sich nachts etwas. Vögel klopften gegen die Fenster, flogen unter dem Dach hervor, und irgendetwas machte Geräusche. Später hörte ich auch auf meinem Dach Schritte.