
Unsere Reise nach Namibia war das Ergebnis von sieben Monaten intensiver Vorbereitung. Gemeinsam mit einem Team deutscher Ärzte machten wir uns auf den Weg, um medizinische Hilfe in abgelegene Regionen des Landes zu bringen.
Während viele Namibia mit Safari und Tourismus verbinden, zeigt sich im Norden des Landes eine ganz andere Realität: kleine Kliniken, fehlende medizinische Infrastruktur und Patienten, die oft hunderte Kilometer bis zur nächsten Behandlung zurücklegen müssen.
In einer abgelegenen Klinik trafen wir auf eine 18-jährige Patientin mit starken Bauchschmerzen und hohem Fieber – vermutlich eine akute Blinddarmentzündung. Eine Operation war vor Ort nicht möglich, da es weder Chirurgen noch entsprechende Ausstattung gab. Der Transport in das nächste Krankenhaus lag 120 Kilometer entfernt.
Solche Situationen zeigen uns immer wieder, wie wichtig unsere Arbeit ist – und wie dringend nachhaltige medizinische Strukturen benötigt werden.

Auf unserer Reise durch den Norden Namibias erlebten wir eine Begegnung, die uns tief bewegt hat.
In einer kleinen Klinik trafen wir auf einen einjährigen Jungen, der dort lebt – ohne Eltern. Niemand weiß, woher er kommt oder wer ihn zurückgelassen hat. Das Klinikpersonal kümmert sich um ihn, so gut es kann.
Besonders erschütternd war die Tatsache, dass sein „Zimmer“ ein ehemaliger Operationssaal ist. Zwischen medizinischen Geräten steht ein Kinderbett – dort wächst er auf.
Solche Schicksale zeigen uns, dass medizinische Hilfe nicht nur Operationen bedeutet. Es geht auch um Menschlichkeit, Verantwortung und darum, nicht wegzusehen.
Wir haben beschlossen, an diesen Ort zurückzukehren – um zu helfen.

Während unserer Mission in Namibia besuchten wir zahlreiche medizinische Einrichtungen – von kleinsten Stationen bis hin zu größeren Kliniken.
In der Stadt Engela fanden wir eine vergleichsweise moderne Klinik mit zwei Operationssälen. Dennoch fehlten grundlegende Ressourcen und erfahrenes Personal.
Wir wurden Zeugen eines Kaiserschnitts unter schwierigen Bedingungen. Mehrere Versuche, eine Spinalanästhesie durchzuführen, scheiterten. Am Ende musste die Operation unter Vollnarkose durchgeführt werden.
Trotz aller Herausforderungen wurde ein gesundes Kind geboren – ein Moment, der uns allen gezeigt hat, warum wir diese Arbeit tun.
Unsere Einsätze stehen für mehr als medizinische Hilfe:
Sie stehen für Hoffnung, Zusammenarbeit und den Aufbau nachhaltiger Strukturen vor Ort.